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Reiseberichte

Herrliche Ferien ... oder: Hurghada enttaeuscht nicht !!



Am späten Sonntagabend kamen wir wieder einmal in Hurghada an. Der Pilot meldete kurz vor der Landung eine Temperatur von 30 Grad an, was uns dann doch ein bisschen übertrieben schien. Sicher, schönes Wetter mit entsprechend hohen Temperaturen hatten wir erwartet, aber doch nicht um 23 Uhr die oben genannten Backstubenwerte.

Ich nehme einfach einmal an, dass die richtige Temperatur um 22 bis 24 Grad lag. Ein leichter Wind blies uns ins Gesicht, der das Meer erahnen liess. Kurz darauf nahm uns die neue Empfangshalle auf. Die verschiedensten Touroperators gaben sich alle Mühe die jeweiligen Schäfchen an ihren Tisch zu bringen, sodass jedem die notwendigen Visa Marken in den Pass geklebt werden konnten. Nur wenige Zeit vor uns muss eine 747 gelandet sein, vor der Passkontrolle hatte sich bereits ein gewaltig breite Schlange gebildet. Ganze zwei Schalter waren um diese späte Stunde besetzt, schlagartig wurde uns bewusst, wir sind wieder einmal in Aegypten, Geduld war angesagt.

Wir haben es überlebt, ja sogar unsere Koffer waren bereits angekommen. Einer der Beiden war allerdings hinter das Transportband gerutscht, dank den bebrillten Augen der besten Ehefrau von allen wurde er jedoch entdeckt. Entsprechend wurde ich nun aufgefordert etwas zu unternehmen, um wieder in den Besitz unseres Koffers zu gelangen, unnötig zu unterstreichen, dass es sich dabei nicht um meine Tauchausrüstung handelte, die hatte ich bereits in der Hand. Es blieb mir nichts anderes übrig als über das noch laufende Transportband zu turnen, den Koffer wieder auf das selbige zu wuchten, mit einem halbwegs eleganten Sprung wieder auf die richtige Seite des Bandes zu gelangen, um endlich den Koffer meiner Frau übergeben zu können. Nun hatte ich zumindest einen kleinen Applaus erwartet, sie meinte aber lediglich es sei ja wohl höchste Zeit gewesen, oder so etwas ähnliches. Ich sag’s ja, unsere Heldentaten werden meistens einfach übersehen.

Wir wurden in unserem Lieblingshotel, dem Melià Pharaoh, erwartet und überaus freundlich begrüsst. Wenig später brachte uns einer der Angestellten zu unserem Bungalow, mitten in der herrlichen Hotelanlage. Ein kräftiger, süsser Duft lag über allem. Der Vollmond beschien Unmengen Blumen in voller Blüte, obwohl in Aegypten das ganze Jahr Blütezeit ist, übertrifft sich auch hier die Flora vor allem im Frühling. Im Zimmer fanden wir einen herrlichen Blumenstrauss und einen Früchtekorb vor: ägyptische Gastfreundschaft vom Feinsten. Obwohl wir müde waren, die herrlichen Bananen mussten sofort dran glauben. Die beste Ehefrau von allen war zutiefst berührt ob den herrlichen Blumen, zwei tollen Ferienwochen stand nun gar nichts mehr im Wege.

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Wir hatten unserem Tauchzentrum schon im voraus mitgeteilt, dass wir am Montagmorgen, in aller Ruhe und vor allem erst nach einem ausgiebigen Frühstück uns dort werden blicken lassen, so ganz nach dem Motto nur keine übertriebene Hatz ! Als wir uns zum besagten Frühstück begaben, wurden wir vom Hotelpersonal überaus freundlich begrüsst: „Welcome back!“ war der häufigste Ruf, verbunden mit einem Sabah el cher. Ich selbst hatte einen mächtigen Hunger, was die Chartergesellschaft als „Nachtessen“ bezeichnet hatte, war ja wohl im besten Fall ein schlechter Witz, den man nur dank der freudigen Ferienerwartungen akzeptiert hatte. Als ich das einem der Köche erzählte, schlug er mir drei Eier in die Pfanne. Rindfleisch, Gemüse und Zwiebeln rundeten das Ganze ab. Als ich mit dieser Herrlichkeit an unseren Tisch kam, meinte die beste Ehefrau von allen, mit einem vielsagenden Blick auf meinen Bauch: „Du wirst hoffentlich nicht jeden Tag derartige Berge in dich hineinstopfen wollen!“

Nachdem wir uns am Strand zwei Liegestühle ausgesucht hatten, mussten wir unsere Freunde im Tauchzentrum begrüssen. Sehr schnell konnte ich feststellen, dass dort bereits alles vorbereitet war, schon am nächsten Tag wurden wir an Bord unseres Tauchschiffes, der Abo Mosad, erwartet.
Irgend jemand hatte uns einmal erklärt, dass das Rote Meer bei abnehmenden Mond in der Regel sehr ruhig sei. Wir hatten gerade Vollmond gehabt, also sollte das jetzt zur Anwendung kommen. Richtig, am nächsten Morgen blies wohl ein leichter Wind, aber nur kleine Wellen konnten das Meer kaum beunruhigen. Jetzt sollte also meine Taucherei losgehen. Obwohl meine Frau nicht taucht, kommt sie doch immer mit; ich bin ihr sehr dankbar dafür. Der erste Tauchgang sollte im Drift, entlang der Ostküste Klein Giftuns stattfinden. Die ganze Gruppe hatte am Vortag bereits den Ceckdive hinter sich gebracht, darauf angesprochen meinte mein Freund: „Hast du was bestimmtes verlernt seit letzten Oktober?“ Nein, das hatte ich allerdings nicht, ich wusste auch noch wie viele Kilo’s ich mir um den Bauch binden musste, um die richtige Tarierung zu erreichen.

Unser Kapitän gab durch sein Horn zu verstehen, dass wir uns an der richtigen Stelle befanden. Einer nach dem andern sprangen wir ins Meer und gaben wenig später durch unser ok zu verstehen, dass alles bestens war. Ich hatte meinen 3 mm Anzug mitgenommen, in der festen Ueberzeugung, das reicht! Als ich beim Vorbereiten feststellen musste, dass alle Kollegen mit mindestens 5 mm, teilweise auch mit doppeltem Anzug versehen waren, kamen mir aber doch einige Zweifel. Jetzt, im Wasser verflogen diese Zweifel schnell: angenehme 23 Grad zeigte mein Thermometer an. Wer das Rote Meer kennt, weiss dass das auch in der Tiefe so bleibt.
Genüsslich liessen wir uns an riesigen Fächerkorallen Vorbeitreiben, und hielten Ausschau nach allen möglichen Fischen. Wir sollten belohnt werden, da kommen uns doch, so mir nichts, dir nichts, zwei herrliche Napoleonfische entgegen, zusammen mit einem riesigen Büffelkopf-Papageifisch. Ich war platt, ich kann mich nicht erinnern in Hurghada diese Monster Papageifische gesehen zu haben. Alle drei Fische waren sicher einen Meter lang und entsprechend kräftig gebaut. Das fing ja sehr gut an ! Ich habe mich allerdings auch gefragt, wie kommt dieses Trio zusammen, was hatten die drei wohl noch vor ? Leider eine Frage auf die es wohl kaum eine Antwort gibt. Viel zu schnell hatten wir die Steilwand hinter uns und hielten rechts über das Plateau auf den Ankerplatz unseres Schiffes zu. Der erste Tauchgang war schon vorbei. Wir haben in den darauf folgenden Tauchgängen immer wieder Napoleon Fische gesehen, einige Male war ich fast überzeugt: den Kerl kennst du doch; aber ganz sicher war ich natürlich doch nicht.

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Um eine Erfahrung reicher bin ich allerdings: zwischen meiner Digitalkamera und El Aruk muss eine gegenseitige Abneigung bestehen. Immer hier funktioniert das Ding nicht, entweder sind die Batterien 5 Minuten nach dem Abtauchen leer, oder die Linse ist inwendig völlig beschlagen, oder die Kamera stellt sich ab und will ganz einfach nicht mehr. Ich bringe es einfach nicht fertig die verschiedenen und herrlichen Türme von El Aruk zu fotografieren. Der geneigte Leser erinnert sich an meine Begegnung mit einem Leopard Hai in dieser Gegend. Aber es sollte noch besser kommen !

Ich hatte der besten Ehefrau von allen versprochen, ruhige und vor allem gemeinsame Ferien zu verbringen. Aus diesem Grunde entschied ich irgendwann einmal im Laufe der zweiten Woche, den kommenden Tag nicht an Bord unseres Schiffes, der Abo Mosad, sondern am Strand zu verbringen. Ganz nach dem Motto, eine Pause ist angesagt. Wir hatten einige Bücher dabei, und wir hatten uns ganz fest vorgenommen diese auch zu lesen. Gleichzeitig hatten wir für uns auch einige Massagen gebucht, also Relax total. An diesem besagten Tag herrschte absolute Windstille, kein Blatt bewegte sich. Die Sonne brannte mit aller Kraft vom Himmel und trieb das Thermometer gegen 40 Grad. Die einzige Überlebenschance bestand in regelmässigen kalten Duschen, oder aber ein Bad im warmen Meer. Bei derartiger Hitze ist es vor allem wichtig viel Wasser zu trinken, was wir auch ausgiebig getan haben.

Gegen Abend kamen die Kollegen von ihrem Tauchausflug zurück, versammelten sich um unsere Liegestühle und platzten dann mit der grossen Nachricht heraus: „Wir haben einen Walhai gesehen und sind mit ihm längere Zeit geschwommen.“

Meine erste Reaktion war: “Ihr wollt mich wohl auf den Arm nehmen!“ Alle redeten wie wild auf mich ein, jeder hatte sein ganz persönliches Erlebnis mit dem Walhai zu berichten. Gleich darauf wurden die vielen Bilder vorgeführt, die von dieser phantastischen Begegnung gemacht wurden. Die Gruppe die da um mich herum stand, bestand aus drei Tauchinstruktoren mit ihren Schülern, die gerade einmal den ersten Kurs noch zu Hause absolviert hatten. Ich habe mich sehr für diese sympathische Bande gefreut, eine derartige Begegnung ist weiss Gott, nicht alltäglich !
Ich konnte aber auch nicht umhin, der selbigen Bande brummender Weise zu verstehen zu geben, dass es sich für Anfänger eigentlich nicht gehört schon beim vierten oder fünften Tauchgang einem Walhai zu begegnen. Da warten alten Hasen seit einigen hundert Tauchgängen ! Um mich wieder freundlich zu stimmen versprachen sie mir Kopien von den herrlichen Bildern. Ich werde versuchen einige dieser Bilder diesem Bericht beizulegen.

Uebrigens, die Begegnung fand leicht südlich von El Aruk statt, wieder ein Beweis, dass auch in Hurghada immer noch ganz phantastische Tauchgänge stattfinden können, vor allem wenn man nicht gerade faul am Strand liegt !

Natürlich stand auch eine Einkaufstour auf dem Programm. Da meine Frau meine Abneigung gegenüber derartigem Vorhaben kennt, hatte sie sich mit einer einheimischen Freundin verabredet. Ihr werdet nie erraten um was es ging:
Handtaschen…………..du meine Güte ! Aber doch nicht schon wieder ! Ich wurde dann kurz und eindringlich aufgeklärt: Mutter hatte sich eine Tasche gewünscht, und der Freundin unseres Jüngsten wollten wir doch auch etwas mitbringen, und überhaupt, du verstehst das nicht ! Aber da du sowieso nicht weißt was anfangen, könntest du uns begleiten, zwei Frauen wollen beschützt werden, und schlussendlich musst du bezahlen. Ich brummte irgendetwas wie: „ Euch entführt niemand, und wenn doch, so bringen sie euch nach spätestens zwei Tagen wieder !“ (Ja, ja, ich habe das eher leise gebrummt.) Die beiden haben mich dann aber doch überrascht, es ging recht speditiv zu und her. Unsere Freundin hatte den richtigen Laden im Kopf. Bevor der Ladenbesitzer auch nur den Mund öffnen konnte, wurde er aufgeklärt, dass wir keine Touristen sind, er also gefälligst die Preise für Einheimische anzuwenden habe. Der arme Kerl schaute mich an, und staunte wohl erst einmal eine Weile: ich bin blond und hellhäutig, also nur sehr schwer als Einheimischer zu erkennen. Wir haben uns gegenseitig angegrinst und haben den beiden Frauen aus sicherer Entfernung zugeschaut. Er wollte dann aber von mir doch wissen, woher kommst du? Als ich ihm erklärte, dass ich in Deutschland geboren wurde, in der Schweiz aufgewachsen bin und in Italien wohne und gerne in Aegypten Ferien mache, übertraf das seine Vorstellungskraft: ok, ok, ich gebe auf !

Dann war es soweit: zwei oder drei Taschen wurden auf den Tisch gestellt und in bestem arabisch begann unsere Freundin um den Preis zu handeln. Nach kurzer Zeit meinte sie, das sei alles bestens, Arwed bitte bezahlen. Ich zückte das Portemonnaie, staunte über die Preise und blätterte die Pounds auf den Tisch. Ich erspare dem Leser die weiteren Eskapaden der beiden Frauen: da musste noch dies und jenes beschafft werden, und das eine oder andere wollte ich dir schon im Oktober zeigen. Ich liess das Ganze in stoischer Ruhe über mich ergehen. Da unsere Freundin unbedingt italienisch essen wollte, landeten wir schlussendlich bei Nanni, gleich neben dem Hotel La Perla. Wer unbedingt in Hurghada zum „Italiener“ will, dem kann ich dieses Restaurant nur empfehlen, das Essen ist wirklich gut.

Ich habe nun schon einige Male von meinem Lieblingshotel in Hurghada, dem Melià Pharaoh, geschrieben. Ich hatte mir vorgenommen, für dieses Mal mit sehr kritischen Augen das Hotel zu betrachten. Ich wollte feststellen, ob ich nicht das eine oder andere übersehe. Ich habe mir redlich Mühe gegeben, aber ich konnte beim besten Willen keine nennenswerte Defekte feststellen. Alles ist blitzsauber, die Anlagen sind gepflegt, das Personal freundlich und hilfreich und das Essen hervorragend ! Wir sind nach Strich und Faden verwöhnt worden und haben uns wohl gefühlt. Vielleicht sollte ich aber doch auch unterstreichen, dass die Tonplatten mit denen die Wege ausgelegt sind, an einigen Stellen beschädigt sind. Diese sollten Schritt für Schritt ausgetauscht werden.
Wir konnten bedeutend weniger Russen im Hotel feststellen, dafür aber erstaunlich viele Deutsche, Schweizer, Holländer und viele mehr. Ich kann nicht nur das Hotel, auch das dortige Tauchzentrum „Dive In“ jedem empfehlen.

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Wie immer gingen auch diese zwei Wochen viel zu schnell vorbei. Vergangenen Sonntag stand der Bus bereit, der uns wieder zum Flughafen bringen sollte. Wenige Stunden später waren wir wieder in der Luft und flogen Richtung Europa. Wir haben uns bei unseren Freunden und Bekannten verabschiedet, wie immer viele Adressen ausgetauscht und auf die Frage: wann kommt ihr wieder, die einzig richtige Antwort gegeben:
„Schon bald………….Inschallah!“

In diesem Sinne,
Arwed

Hallo Arwed
Vielen Dank für deinen ausführlichen Reisebericht und die schönen Bilder ... vor allem von dem Walhai. Ich habe ihn (mal wieder) knapp verpasst :-(
Sönke



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