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In Hurghada gibt es keine Haie mehr ??



Die alte Feststellung: in Hurghada gibt es keine Haie mehr. Stimmt nicht !

Diese kleine Anekdote will erzählt sein. Nicht zuletzt um all denen etwas entgegen zu halten, die fast ein wenig abschätzen über mein, doch so geliebtes, Hurghada herfahren.

Im vergangenen Sommer hatte ich mit etlichen Freunden eine Tauchsafari mit der Dive One gebucht. Es sollte dieses mal von Hurghada aus gen Norden gehen. Wir wollten die sicher allen bekannten Wracks ausgiebig betauchen. Da wir bei derartigen Fahrten ganz bestimmt darauf achten, dass die Taucherei nicht zu kurz kommt, (drei bis vier Tauchgänge pro Tag), hatte ich eine Woche Ausruhen im Melià Pharaoh gleich mitgeplant, um danach auch ein bisschen entspannen zu können.

Nach einer phantastischen Woche waren wir wieder in Hurghada. Für die meisten bedeutete das, Ende der Ferien, nicht so jedoch für die beste Ehefrau von allen und mich. Ein Taxi stand bereit, und brachte uns ins Hotel. Relax war angesagt, ich hatte versprochen mich einige Tage nicht ums Tauchen zu kümmern.

Aber die Freunde vom Dive In erzählten vom glasklaren Wasser, von hervorragenden Sichtverhältnissen, von herrlichen Tauchgängen und ähnlichem mehr. Zwei Tage später waren auch wir morgens um 9 Uhr bereit zum Ausfahren. Meine Ausrüstung war bereits herangeschafft worden, wir wurden mit einer kleinen Gruppe von Tauchern bekannt gemacht, es konnte losgehen.
Unsere Gruppe wurde von einer Meeresbiologin Unterwasser geführt, das versprach interessant zu werden. Und genau so sollte es auch werden, Claudia war in der Lage uns auf die schönsten Details hinzuweisen. Wie oft hatte man doch selbst das eine oder andere ganz einfach übersehen. Wieder an Bord der Abo Mosad wurde sie von uns mit Fragen bombardiert, die alle auf einfache Art erklärt wurden. Tja, so macht tauchen wirklich Spass. Claudia hatte mich gebeten den Abschluss der Gruppe zu bilden, mit der Feststellung: wenn von dir das ok kommt ist alles bestens. Gleichzeitig hatten wir alle zugestimmt, als sie uns darauf hinwies, sie werde den Shaker nur selten benützen, dieser Krach Unterwasser stört doch eigentlich nur.

Der nächste Tauchgang war angesagt: El Aruk, frei übersetzt: die Türme, Sönke hat diese treffend beschrieben. Unser Schiff fischte die Boje bei El Aruk Gigi aus dem Wasser. Ich habe diese Türme schon etliche Male betaucht, und immer wieder finde ich sie schön. Ein ausgiebiges Briefing mit einer sorgfältig erstellten Karte sollte dazu dienen allen die Orientierung zu erleichtern, der Erfolg war allerdings dürftig. Claudia wies auf die vielen kleinen Bewohner eines jeden Turmes hin und forderte uns auf die Unterschiede von Turm zu Turm zu beachten. Grosse Fische gibt es hier leider nicht !

Wenig später sammelte sich unsere Gruppe auf 5 m Tiefe, Claudia schwamm auf den ersten Turm zu und ich war wieder gebeten worden unsere kleine Gruppe zusammen zu halten. Ich nehme derartige Aufgaben immer sehr ernst, aber hier konnte wirklich nicht viel passieren. Alle Mitglieder der Gruppe hatten über 75 Tauchgänge im Logbuch vermerkt, in 12m tiefen Wasser war also ein geruhsamer Tauchgang angesagt.
Nachdem der erste Turm ausgiebig besichtig worden war, steuerte Claudia den zweiten Turm an. Eine leichte Strömung zwang uns zur Arbeit. Wir mögen etwa auf halbem Weg gewesen sein als Claudia plötzlich wie wild ihren Shaker betätigte, mein Gott noch mal, da ist was passiert; das war mein erster Gedanke. Ich begann kräftiger mit den Beinen zu paddeln um Claudia besser sehen zu können. Diese zeigte aber keinerlei Probleme an, sondern richtete ihren Zeigefinger in das Blaue vor uns.

Wir waren alle ein bisschen mehr zusammengerückt, und dann sahen wir ihn: einen ausgewachsenen Leopardenhai von über 2 m Länge. Drei oder vier Meter über Grund kam er auf uns zu. Wir verhielten uns so ruhig wie nur möglich, um ihn nicht zu Umkehren zu nötigen. Hoch elegant schwamm er nur zwei, drei Meter entfernt an uns vorbei.
(Verflixt noch einmal, ich hatte den Fotoapparat nicht dabei)
Der Hai wollte sich aber von seiner besten Seite zeigen, nachdem er an uns vorbei war drehte er sich wieder uns zu und kam auf mich zu geschwommen. Ich versuchte mich so still wie möglich zu verhalten, gleich darauf drehte er aber ab und verschwand im weiten Blau.

Wir waren alle begeistert, das war bestimmt ein seltenes Treffen hier bei El Aruk. Die letzten beiden Türme waren schnell besucht, auf die übliche Frage wo denn wohl unser Schiff sei, kam das allgemein bekannte Schulterzucken, der goldene Orientierungskeks konnte leider nicht überreicht werden.

Zurück an Bord erfuhren wir dann jedoch etliches von unserer Meeresbiologin über den soeben getroffen Leopardenhai.

Wenn jemand mir vorher einen Leopardenhai versprochen hätte, ich hätte ihn ausgelacht: aber doch nicht hier! Da sieht man wieder einmal, wie leicht man sich täuschen kann. Übrigens, der nächste der mir weiss machen will, dass es in Hurghada keine grossen Fische mehr gibt, bekommt was zu hören !!!

Ich wünsche allen ähnliche oder noch schönere Begegnungen in Hurghada.
Ma'Salama
Arwed

Hallo Arwed
Für das Erlebnis bist du wirklich zu beneiden.... Bisher habe ich nur von dem Leopardenhai vor Hurghada gehört. So wie man mir erzählte müssen es insgesamt wohl zwei verschiedene Tiere sein, die seit 2005 mehrfach vor Hurghada gesichtet wurden.
Gruß Sönke



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