Das Riff bietet für jeden Taucher etwas, wenn... ja wenn es nicht eine Invasion von Dornenkronen über
sich hätte ergehen lassen müssen.
Das ist zwar ein natürlicher Vorgang, für Taucher aber nicht schön anzusehen. Im Vergleich zu früher hat das Riff stark an Attraktivität verloren. Lebende Korallen sind selten. Aber wenn man genau hinschaut, dann erkennt man, dass sich erste Polypen wieder angesiedelt haben und den Lebensraum zurückerobern.
Das Riff steht auf einem Plateau, dass zwischen 15 m und 30 m tief und unterschiedlich breit ist. Richtung Südwesten ist es breiter als im Nordosten. Danach kommt eine Abbruchkante.
Die Boote ankern an Bojen. Im Gegensatz zu anderen Tauchplätzen kann, besser konnte es, schon unter dem Boot recht interessant werden. Je nach Ankerplatz ist es unter dem Boot 15 m und tiefer. An den östlichen Bojen habe ich öfters einen Weißspitzenriffhai beobachtet, sowie einen großen Napoleon. Sonst fand man, je nach Tauchrichtung die üblichen "Korallengartenfische" oder eben Fische, die an Steilwänden zu Hause sind.
Grundsätzlich bietet das Riff drei Möglichkeiten den Tauchgang zu gestalten. Die erste Variante ist ein Drifttauchgang.
Das Boot setzt die Taucher am Außenriff aus und sie tauchen von dort zum Boot zurück. Tiefen: 40 m und deutlich (!) mehr. Die nördliche Außenseite wird stärker von der moderaten Strömung umspült. Sie bietet oder bot schöne Korallen und die Chance auf Großfisch. Der Rückweg erfolgt mit der Strömung über die nordöstliche Seite.
Hier kommt man an den Überresten eines alten ägyptischen Bootes vorbei. Die Trümmer sind am Riff verteilt. Der erste Metallkasten liegt so bei 15 m, die restlichen Teile bei 30 m und mehr. Angeblich sollen an dem Riff zwei weitere Boote liegen: Ein Tauchboot und die "Colona IV". Die Tiefen sollen deutlich unterhalb von 40 m liegen. Da ich mehr auf flache und lange Tauchgänge stehe, kann ich zu diesen Wracks nichts sagen. Wenn jemand mehr Infos über die andern beiden Wracks hat, kann er sie mir gerne zuschicken.
Die zweite Tauchvariante ist von den östlichen Bojen aus auf die Nordseite zu tauchen. Hier ist man sofort an den Wrackteilen. Mit der Strömung geht's dann zum Tauchboot zurück.
Dritte Möglichkeit ist gegen Westen zu tauchen. Hier wird das Plateau breiter und es war ein schöner Korallengarten vorhanden. Als erstes fällt ein Korallenturm auf, der dicht am Hauptriff steht. Er war wunderschön mit Weichkorallen bewachsen. Am Fuß des Turms lagen oft mehrere Krokodilsfische im Sand. Weiter durch den Korallengarten, oder sollte ich besser Friedhof sagen, und zurück am Hauptriff. Auffallend ist hier ein großer Metallkasten. Ob er zu dem Wrack an der Ostseite gehört ist fraglich. Er liegt dafür von der Untergangsstelle zu weit weg. Aber in ihm hatte ich öfters große Zackenbarsche gefunden.
Wolfgang Schippke hat einige Infos zu dem Boot gefunden:
Colona IV. One of the first Safari Boats to operate in the Red Sea. Apparently, lost in a storm in 1995 and now resides at a depth of 70m just off Hurghada.
Colona IV lay on the sand like a broken toy. A rapidly accelerating tumble down more than 60m of reef and across the seabed had devastated her superstructure, but the little motor yacht was clearly recognisable. Colona IV had been a well-known, steel-hulled, liveaboard dive boat of around 20m length. She sank after hitting the reef while approaching Hurghada during a tremendous storm in the spring of 1995. No passengers were on board at the time and no one was hurt. She had been part of Norwegian operator Freddie Storheil's fleet of dive boats, and I knew her well. It was strange to see such a familiar vessel in such unfamiliar circumstances. I felt sad to see an old friend come to such a sorry end.