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Tauchplätze

Riffschutz



Die Riffe werden in Ägypten mittlerweile gut geschützt. Die Zeiten der Dynamitfischerei sind vorbei. Dennoch sind an einigen Riffen die Spuren der Vergangenheit deutlich zu sehen. Solche Riffe nennt man scherzhaft "Shaab Nobel".

An nahezu allen Riffen, die von Tauchbooten regelmäßig angelaufen werden, sind Bojen oder schwimmende Ankerseile fest installiert. Die Kapitäne wurden in deren Handhabung geschult. Das hört sich vielleicht komisch an, war aber notwendig, denn sie waren es nicht gewohnt mit ihren Booten daran festzumachen. Es war nur üblich, den Anker aufs Riffdach zu werfen und beim Ablegen einfach mit Motorkraft daran zu reißen. Dadurch wurden viele Korallen beschädigt. Der eine oder andere Taucher kann sich auch noch daran erinnern, wie so mancher Anker plötzlich neben ihm ins Wasser schlug. Das war nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Diese Zeiten sind nun vorbei.

Aber nicht nur das hat sich geändert. Die Riffe sind auch viel sauberer als vor Jahren. Die Unsitte alles über Bord zu werfen hat sehr stark nachgelassen. Abfallsäcke, leere Baraka- und Colaflaschen sind nur noch selten zu finden. Das Lametta aus benutztem Klopapier in den Korallen ist weg. Hier hat ein Umdenken der Ägypter stattgefunden. Leider ist es noch nicht ganz abgeschlossen, aber die ersten Fortschritte machen Mut.

Im Zusammenhang mit Umweltschutz in Hurghada muss die HEPCA "Hurghada Environmental Protection and Conservation Association" genannt werden. Unter ihrer Verantwortung werden die Bojen an den Riffen gesetzt und gewartet. Sie sorgt auch für die Schulung der Kapitäne und Bootsbesatzungen. Zu dem langsamen Umdenken der Menschen hat sie ebenfalls beigetragen.

Als vor Jahren die Dornenkronen in einigen Riffen vor Hurghada einmarschierten, wurde unter Führung der HEPCA eine Sammelaktion eingeleitet. Zusammen mit den Tauchbasen wurden die Tiere aus den Riffen gesammelt. Anschließend wurden sie von Wissenschaftlern untersucht. Viele Gäste beteiligten sich in dieser Zeit an den Aktionen.

Und seit neuestem ist Hurghada Unterwassernationalpark. Verbunden ist das natürlich mit einer Gebühr pro Person und Tag. Sie liegt bei 2,00 US$ (Stand: Mai 2001). Die Einnahmen sollen für die Erhaltung der Bojen und den Umweltschutz rund um Hurghada und Safaga verwendet werden... Die Tauchbasen legen diese Gebühr natürlich auf die Gäste um. Schummeln gilt übrigens nicht. Die Boote werden kontrolliert, wenn sie in das Schutzgebiet einfahren.

Noch eine Anmerkung am Rande:

In einigen Tauchplatzbeschreibungen schreibe ich von "der toten Südseite der Riffe". Dieser Effekt ist weder auf die Tauchboote noch auf die Touristen oder die Dynamitfischerei der Vergangenheit zurückführen. Es ist ein natürlicher Vorgang an den Riffen vor Hurghada. Die Strömung kommt fast immer aus dem Norden. Daher wird die Südseite der Riffe nicht vom nährstoffreichen Wasser umspült. Die Korallen finden hier nichts zu fressen und sterben ab. Es bedeutet auch, dass die Riffe immer in nördlicher Richtung wachsen.



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