Um in Hurghada von einem Punkt zum anderen zu kommen empfehle ich den Minibus. Die Dinger fahren quer durch die ganze Stadt und sind das öffentliche Verkehrsmittel. Sie verkehren auf den Hauptstraßen, sind eine Art "Minivan" und haben Sitzplätze für ca. 10 Personen. Die maximale Zahl der Fahrgäste wird aber nicht so genau genommen. Der Minibus ist erst voll, wenn keiner mehr rein geht. Sie halten überall auf der Straße, wenn man dem Fahrer winkt. Wenn sie durchfahren sind sie voll, oder so. Der Fahrpreis richtet sich nach der Fahrstrecke. Touristen zahlen mehr als Einheimische. Mitlerweile gibt es so etwas wie "Festpreise". Von Sakkala Square Richtung El Dahar 0,50 LE, alle anderen Strecken 1,00 LE. Die Minibusse haben relativ feste Strecken, zwischen denen sie pendeln. Wenn Sie weiter fahren wollen, müssen Sie umsteigen. Wendepunkte sind zum Beispiel Sekkala Square in Richtung El Dahar bzw. Richtung Hotelzone.
 |
|
 |
Es ist ein Erlebniss für einen Deutschen in so einem Teil zu fahren. Nicht nur die Fahrweise der Einheimischen ist "gewöhnungsbedürftig", nein die Fahrzeuge sind es auch. Fast alle Minibusse sind neuwertige Vans von Toyota. Es verkehren aber noch einige alte Minibusse. Haben Sie schon mal durch das Bodenblech die Straße sehen können? In einem Fahrzeug, dessen Lenkradspiel so groß ist, dass der Fahrer eine halbe Umdrehung machen kann, ohne dass etwas passiert?
Und so ganz nebenbei: Ob neues oder altes Fahrzeug: Sie sind dreckig, sie kleben und auf den Sitzen mag man sich gar nicht niederlassen... schon gar nicht mit kurzer Hose. Nur nicht darüber nachdenken, was in dem Dreck alles.... na egal. Die Krönung in manchen Minibussen sind Decken auf den Sitzen: Omas Häkeldeckchen im Orient.
Aber zum Glück fahren mehr und mehr neue Fahrzeuge in Hurghada, die auch Innen gepflegt werden. Halten Sie nach neuen Minibussen ausschau, bevor Sie winken.
Vorsicht: Touristen werden gerne "über's Ohr gehauen" und ihnen mehrere Pfund aus den Taschen gezogen. Vorsicht, wenn der Bus leer ist und man als Erster einsteigt: Die Fahrer versuchen sich hier als Taxi zu verkaufen, mit "Spezialpreis", "Exklusiv", usw. Deutlich klar machen, dass man einen Minibus will und darauf achten, dass andere Fahrgäste mitgenommen werden. Noch mehr Vorsicht: In den Abendstunden fährt "ein kleiner Geldeintreiber" mit. Das sind meist Kids, die im Fahrgastraum an der Tür sitzen und das Geld entgegennehmen. Sie sind in meinen Augen absolut dreist und unverschämt. Beschimpfungen auf arabisch und Verfolgung beim Aussteigen mit Festhalten inklusive. Tipp: Erst alle aussteigen, dann dem Fahrer oder dem "Eintreiber" das Geld geben. Wichtig: Nur abgezähltes Geld in kleinen Scheinen bereithalten. Bei Touristen können die Fahrer und insbesondere die Geldeintreiber niemals wechseln!! Das Geld ist weg. Im Forum-Archiv hat Jörg einen kurzen Bericht zum Thema Minibusfahren geschrieben. Hier klicken.
In Hurghada gibt es zur Zeit zwei verschiedene Arten von Taxen: Alte oder herkömmliche und neue Taxen.
Herkömmliche Taxen. Sie sind eher unauffällig, weil sie keine Schilder auf dem Dach haben wie in anderen Ländern. Auch eine Beschriftung fehlt ihnen. Dafür haben sie auf dem Kotflügel der Fahrerseite eine Registrierung in roten Schriftzügen.
Es gilt vorher den Preis auszuhandeln. Aber eigentlich braucht man Taxen nur, um vom oder zum Flughafen zu kommen. Oder wenn man Hurghada verlassen will, dann sind die Dinger auch gut. Ansonsten Minibus fahren. Eine Fahrt vom Flughafen zum Hotel in Sakkala kostet 30,00 LE. Nicht mehr!! Das ist der offizielle Preis. Auch gilt das, was unter Vorsicht bei den Minibussen gesagt wurde. Unbedingt passendes Geld bereithalten.
Übrigens: Es gibt auch noch ganz alte Taxen in Hurghada. Sie stehen einem alten Minibus in nichts nach: Loch im Bodenblech, dreckig,...
Seit ca. Mitte 2006 gibt es die Neuen Taxen in blau orangem Look mit Taxischild.
Diese Taxen sind Neufahrzeuge, gesponsort mit Krediten der Regierung. Sie verdrängen nach und nach die herkömlichen Taxen. Die neuen Taxen haben ein Taxameter. Es startet bei 300 Piatser. Die Fahrten mit ihnen sind wesentliche billiger als mit den herkömmlichen Taxen. Von Sakkala zum Flughafen ca. 10,00 LE mit den herkömmlichen Taxen kaum unter 30,00 LE zu haben. Außerdem sind sie neu, sauber und schneller als der Minibus sowie billiger als die herkömlichen Taxen.
Vorsicht:
Auch hier haben sich schon die ersten Tricks eingeschlichen, um den Touris das Geld aus der Tasche zu ziehen:
- Das Taxameter wird unter Decken versteckt oder die Zigarettenschachtel steht davor
- Das Taxameter ist angeblich kaputt. Abhilfe: Selber einschalten! Drücken sie den Knopf "Hire" und das Ding läuft.
- Das Taxameter startet bei 300 und beginnt erst nach einer gewisssen Zeit weiter zu laufen. Innerhalb dieser Frist klopft der Fahrer auf das Gehäuse, so als ob es kaputt wäre. Danach sagt er es sei defekt, schaltet es wieder aus und nennt Fantasiepreise.
- Die Preisanzeige läuft in Piaster! Der Fahrer erzählt es wären Pfund.
- w. o. der Fahrer behauptet die Dezimalstelle liegt zwischen der ersten und zweiten Ziffer von rechts, also statt 300 Piaster 30.0 LE
- Der Fahrer hält zwischendurch an, um weitere Fahrgäste aufzunehmen.
Im Sichtbereich des Beifahrers befindet sich ein Schild mit der Lizenznummer und einer Rufnummer. Die Frage, ob es seine Lizenznummer ist, der Griff zum Handy um die Nummer der Touristenpolizei (+20 65 3447774) zu wählen, wirken wahre Wunder! Am Besten auf Lauthören stellen, damit der Fahrer das Rufzeichen hört und wenn am anderen Ende abgenommen wird. Der Fahrer ist dann zwar beleidigt und spricht während dem Rest der Fahrt kein Wort mehr, aber das ist egal.
Lesen Sie auch diesen Artikel im Hurghadaforum Taxi oder Minibus?
Egal für welches Fortbewegungsmittel Sie sich entscheiden: Hüten Sie sich den Fahrer mit "Yallah yallah" oder ähnlichem zur Eile zu bewegen. Er macht das. Sofort. Getreu nach dem Motto "Allah wird schon aufpassen" prescht er los. Aber was ist, wenn Allah mit was anderem beschäftigt ist und mal nicht aufpassen kann? Bei der Fahrweise der Einheimischen steigt das Risiko zu verunglücken erheblich an. Tun Sie es besser nicht.