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Bakschisch

Bakschisch bedeutet soviel wie "Teile, was du hast". Im Islam ist der wohlhabende Mensch zu Almosen verpflichtet. Teilen und Spenden gehört zu den Säulen der islamischen Religion. Trinkgelder hingegen sind kein Bakschisch. Vielmehr sind sie eine Anerkennung für eine gute Leistung. Fälschlicherweise wird das Trinkgeld heute als Bakschisch bezeichnet.

Wer um Bakschisch bittet, hat Ihnen vorher irgendeinen Dienst erwiesen. Die Ägypter haben dazu eine schier unerschöpfliche Kreativität entwickelt. Es ist eine Frage der Ehre, nicht zu betteln. Daher treibt der Erfindungsreichtum für überflüssige Dienstleistung unglaubliche Blüten. Angefangen vom Kofferträger, der den Koffer auf den Kofferwagen am Flughafen hebt und derjenige, der ihn wieder runternimmt, bis hin zum "Klohpapieranreicher". Für solche Leistungen sollte keiner etwas Zahlen.

Mittlerweile gibt es in Hurghada auch Bettler, welche offen die Touristen um Geld angehen. In Geschäften oder Lokalen werden sie sofort vom Personal vertrieben. Meistens sind es Kinder unter 6 Jahren. Wer sich erweichen lässt und etwas spenden möchte, sollte ihnen etwas zu Essen geben, Obst oder auch etwas Süßes. Keinesfalls Bargeld. Ägypter geben solche Spenden verdeckt. Das gebietet der Respekt. Schließlich will man den anderen nicht brüskieren.

Für Touristen ist zu empfehlen das Trinkgeld wirklich von der Leistung abhängig zu machen. In Restaurants gibt man für einen guten Service ca. 10% des Rechnungsbetrages als Trinkgeld. Taxi- und Minibusfahrer bekommen üblicherweise kein Trinkgeld, obwohl sie es immer wieder versuchen. Für sie gelten Festpreise.

Tipp: Dem "Zimmerboy" sollten Sie direkt zu Beginn des Urlaubs sein Trinkgeld geben. Dann sind Sie sich seiner besonderen Aufmerksamkeit gewiss. Pro Woche sind 7,00 bis 10,00LE angebracht. Die Scheine legt man auf das Kopfkissen. Wenn sie woanders liegen, nimmt der "Zimmerboy" sie nicht mit.

Versuchen Sie nie etwas mit Geld zu regeln. Sie können in unangenehme Situationen kommen. Geschmiert wird zwar auch in Hurghada, aber das sollten Sie den Einheimischen überlassen, die sich damit auskennen.

Ehre

Stolz und Ehre sind in der ägyptischen Gesellschaft stark verwurzelt. Das Verhalten anderen gegenüber jedoch ist vom eigenen Verhalten und eigenen Einstellungen abhängig. Daher rührt der Ehrenkodex, der das Leben mitbestimmt. Das beginnt bei der Begrüßung und geht bis hin zum Respekt gegenüber dem Alter. Kurz: Der Ehrenkodex ist eine Mischung aus Anstand, Respekt und Lebenserfahrung.

Knigge

Sie sitzen im Restaurant und plötzlich ist der Teller weg. Ganz ruhig bleiben. Das ist ein Zeichen der ägyptischen Gastlichkeit. Als guten Service erwarten Ägypter von einem Kellner seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Und dazu zählt ein aufgeräumter Essplatz. Übrigens: Wenn Sie mal privat zu einer ägyptischen Familie eingeladen werden ist es unüblich, den Teller leer zu essen. Ihnen wird solange nachgelegt, bis Sie etwas auf dem Teller lassen. Das gilt als Zeichen: Ich bin satt. Gastfreundschaft hat einen hohen Stellenwert.

Für Gespräche gilt: Begonnen wird mit einer ausführlichen Begrüßung und anschließendem Smalltalk. Es ist ungebräuchlich, sofort zum Kern der Sache zu kommen. Das gilt sowohl für Verkaufsgespräche aber auch für Beschwerden im Hotel. Daher rührt auch die (plumpe) Ansprache der Verkäufer mit Hello my friend. Where do you from? What's your name? usw. Diese Art der Gesprächsführung ist uns Europäern eher fremd. Allerdings erleichtert sie bei Streitigkeiten einen kühlen Kopf zu bekommen, wenn man erst mal respektvoll Smalltalk betreibt, als mit erhitzten Gemütern direkt über das Problem herzufallen.
Entspannen Sie sich: Mit einer entspannten Gesichtsmuskulatur und einem Lächeln auf den Lippen brechen Sie so manches Eis. Im Gegensatz zu Europäern haben die Ägypter die Körpersprache (noch) nicht verlernt.

Jedoch ist es mitlerweile bei den Händlern schwierig geworden, zwischen einem höflichen Smalltalk und plumper bis aufdringlicher Anmache zu unterscheiden. Ich kann mich des Eindrucks nicht wehren, dass die junge Generation der Ägypter sich von dem eigentlichen Zweck des Smalltalks und der Höflichkeit entfernt hat. Meistens ist der dritte Satz dann: "Would you like to see my shop?" Irgendwie scheinen Touristen für sie eine Art fetter Beute zu sein, die man erlegen muss.

Üblich ist es auch zuerst dem Mann zur Begrüßung die Hand zu reichen.

Fotografieren

Wenn Sie jemanden Ablichten wollen, dann fragen Sie vorher um Erlaubnis. Vor allem, wenn Sie mal einen Ausflug in touristisch weniger besuchte Gegenden machen sollten. Fast immer wird man ihnen die Erlaubnis geben. Übrigens ist das eine "Dienstleistung" für die gerade arme Ägypter ein Bakschisch erwarten.

Kleidung

Ägypten ist ein islamisches Land. Es gibt keine FKK-Strände. Oben ohne Sonnen wird nicht gerne gesehen. Freizügig ihren Körper beim Shoppen in der Stadt zu zeigen, sollten Sie vermeiden. Dadurch machen Sie sich zum Gespött der Einheimischen. Ägypter sind grundsätzlich sorgsam mit ihrer Kleidung und achten auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Durch die Kleidung wird der soziale Status ausgedrückt. Das gilt für Männer wie für Frauen.

Für Frauen, insbesondere wenn sie ohne männliche Begleitung sind, gilt das ganz besonders. Klartext: Wenn Sie (Frau) mit Respekt behandelt werden wollen, dann kleiden Sie sich auch so und nicht wie eine "Gewerbliche". Sie brauchen sich als europäische Frau nicht zu verschleiern, das wirkt eher lächerlich. Angemessen Kleidung ist angesagt. Ein "Nichts" als Bikini ist sicherlich hübsch anzusehen. Allerdings müssen Sie dann damit rechnen, dass sich die einheimischen Männer Ihnen gegenüber entsprechend verhalten. Mit einer solchen Bekleidung können Sie in den Augen einiger Männer zum Ausdruck bringen, Sie wären zu haben! Manche ägyptischen Männer betrachten Sie unter Umständen als "Schalmpe". Hartes Wort, aber Sie müssen damit rechnen.

Wenn Sie eine Moschee betreten wollen, so wird besonders auf ihre Kleidung geachtet. Oder betreten Sie in Deutschland eine Kirche in Badekleidung?

Und für alle anderen Fälle gilt:
Der Gast ist König, solange er sich in den Augen des Gastgebers fürstlich benimmt.



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